Seifenkisten sind selbstgebaute Gefährte, die auf Bausätzen basieren, die auf einer Sperrholzplatte angebracht sind. Seifenkisten haben keinen Motor, sondern bewegen sich nur, wenn man abwärts fährt. Die Lenkung erfolgt über das Steuerrad, das mittels Lenkungsdrähten die Drehbewegung auf die Vorderachse überträgt. Gebremst wird mit dem Fuss; dabei wird ein Zugseil gespannt, das ähnlich wie bei einer Fahrradbremse Bremsklötze an die Gummiräder drückt.
Bei der Gestaltung der Karosserie sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Natürlich muss man dabei immer die Windschnittigkeit beachten, um bei der Fahrt möglichst wenig Tempo zu verlieren. Das Tüfteln an der Technik und dem Aussehen einer Seifenkiste macht manchem Bastler genau so viel Spass wie das Fahren selbst.
Beim Seifenkisten-Derby hast du die Möglichkeit, mit deiner selbstgebauten Seifenkiste oder mit einer Sponsorenkiste am Rennen teilzunehmen.
Woher stammt der Name?
Wer denkt, dass der Name Seifenkiste etwas mit der Grösse oder der Strassenanpassung eines Fahrzeugs zu tun hat, irrt gewaltig. Es kommt aus Amerika.
Alles begann mit einer Werbeidee. Eine Seifenfirma liess auf eine Holzkiste den Aufdruck «Soap Box» anbringen. Die leeren Kisten konnte man umdrehen und daraus eine einfache Kiste bauen. Nun brauchte man nur noch Bremsen, Lenkung und Räder – fertig war die Kiste.
Der junge Fotograf Myron Scott erhielt von einer amerikanischen Zeitung den Auftrag, spannende Reportagebilder zu machen. Dabei entdeckte er Kinder auf solchen Seifenkisten mit angebauten Rädern, die Hügel hinunterfuhren. Er war so begeistert, dass er mit diesen Kisten Rennen zu veranstalten begann. Das war 1933.
Das weltweit erste grosse Soap Box Derby (also Seifenkistenrennen) erhielt diesen Namen und wurde ein Jahr später ausgetragen. 150 amerikanische Fahrer fuhren vor 40’000 begeisterten Zuschauern in Dayton, Ohio.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten die Seifenkiste nach Europa. Im Rahmen eines Unterstützungsprogramms zugunsten der Jugend fanden die ersten Rennen auf europäischem Boden statt. Diese ersten überwältigenden Erfahrungen haben einen wahren Boom der Seifenkisten ausgelöst, der sich bald in die Schweiz ausdehnte.
Heute sind Seifenkistenrennen in der Schweiz wieder etwas von der Bildfläche verschwunden. Noch immer gibt es aber nationale Meisterschaften, und hier kann nur die Spitze mitfahren, die ihr Material immer wieder den neuesten technischen Errungenschaften anpasst.
